Einleitung

Wer eine Immobilie verkaufen möchte, steht früher oder später vor der Frage: mit oder ohne Makler? Und wenn mit – welcher? Denn ein Makler kann den Verkaufsprozess vereinfachen, beschleunigen und absichern – oder im schlimmsten Fall verzögern und verteuern. Die Qualität ist sehr unterschiedlich, die Wahl ist entscheidend. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl eines seriösen und geeigneten Immobilienmaklers achten sollten.

1. Brauche ich überhaupt einen Makler?

Grundsätzlich können Sie Ihre Immobilie auch selbst verkaufen – gerade bei einfachen Objekten oder wenn bereits ein Käufer vorhanden ist. Ein guter Makler bringt jedoch klare Vorteile:

  • Fundierte Wertermittlung (kein zu hoher oder zu niedriger Einstieg)
  • Professionelle Präsentation und Reichweite
  • Selektion echter Interessenten (Schutz vor „Besichtigungstouristen“)
  • Begleitung durch rechtssicheren Verkaufsprozess
  • Verhandlungsgeschick und psychologisches Know-how

Insbesondere bei hochwertigen Objekten, speziellen Zielgruppen oder wenn Sie keine Zeit für den Verkaufsprozess haben, lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem Makler.

2. Qualifikation & Zulassung prüfen

Makler unterliegen in Deutschland der Erlaubnispflicht nach §34c Gewerbeordnung. Fragen Sie gezielt nach:

  • Gewerbeerlaubnis & Berufsregistereintrag
  • Mitgliedschaften in Berufsverbänden (z. B. IVD)
  • Regelmäßige Fortbildungen (Stichwort „Sachkunde“) – ab 2025 verpflichtend

Ein professioneller Makler legt Ihnen diese Nachweise offen vor – oder verweist transparent auf seine Qualifikationen auf seiner Website.

3. Marktkenntnis & Spezialisierung

Nicht jeder Makler ist für jedes Objekt geeignet. Achten Sie auf Spezialisierung und Erfahrung in folgenden Punkten:

  • Kennt der Makler Ihre Region und Zielgruppe?
  • Hat er Referenzobjekte in ähnlicher Lage, Preisklasse oder Typologie?
  • Ist er eher im Wohnbereich oder im gewerblichen Sektor tätig?

Ein Makler, der regelmäßig ähnliche Immobilien vermittelt, kennt den Marktpreis, das Verhalten der Zielgruppe und die passende Vermarktungsstrategie.

4. Transparenz & Vergütungsmodell

Maklerleistungen sind in der Regel provisionsbasiert – gesetzlich sind verschiedene Modelle zulässig:

  • Teilung der Provision: Käufer und Verkäufer zahlen je 50 %
  • Vollprovision Käufer: nur bei gewerblichen Verkäufen oder Bauträgerverträgen
  • Vollprovision Verkäufer: bei exklusivem Verkaufsauftrag

Ein seriöser Makler klärt die Vergütung vorab schriftlich. Vorsicht bei Intransparenz, Nachforderungen oder Vorkasse.

5. Auftreten & Kommunikation

Die Chemie muss stimmen – der Makler vertritt Sie gegenüber Interessenten, Behörden und Notaren. Achten Sie auf:

  • Professionelles Auftreten, gepflegter erster Eindruck
  • Reaktionsgeschwindigkeit auf Anfragen
  • Klare und sachliche Kommunikation (kein reines „Verkaufen wollen“)
  • Bereitschaft, auch unangenehme Themen offen anzusprechen (z. B. Preisgrenzen, Renovierungsbedarf)

6. Vermarktungskonzept & Reichweite

Fragen Sie konkret, wie der Makler Ihre Immobilie vermarkten möchte:

  • Wird ein professionelles Exposé erstellt (mit Grundriss, Fotos, Lagebeschreibung)?
  • Welche Kanäle werden bespielt (Portale, Käufernetzwerk, Social Media)?
  • Gibt es vorgemerkte Interessenten oder exklusive Zugänge?
  • Wie wird mit Besichtigungen, Bonitätsprüfung und Verhandlungsführung umgegangen?

7. Vertragsart: Alleinauftrag oder Allgemeinauftrag?

Ein Alleinauftrag bindet Sie für einen bestimmten Zeitraum exklusiv an einen Makler – dafür verpflichtet sich dieser auch zu aktiver Tätigkeit. Beim Allgemeinauftrag können mehrere Makler parallel arbeiten – allerdings mit dem Risiko von Unklarheit, Doppelansprache oder niedrigerer Motivation.

Empfehlung: Nur bei fundierter Prüfung und Vertrauen sollten Sie einen qualifizierten Alleinauftrag mit klar definiertem Zeitfenster (z. B. 3 Monate) erteilen.

8. Vorsicht bei diesen Warnzeichen

  • Unrealistische Preisversprechen („Ich hab schon einen Käufer!“)
  • Verzicht auf schriftlichen Vertrag oder Provisionsangabe
  • Ungefragte Veröffentlichung auf Portalen oder Aushängen
  • Fehlende Unterlagen, oberflächliche Beratung
  • Unklarer Umgang mit Interessenten oder Besichtigungen

Fazit

Ein guter Makler ist mehr als ein Türöffner – er ist Marktkenner, Prozessbegleiter und Verhandlungspartner. Die Wahl sollte bewusst und kritisch getroffen werden, denn sie beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch den Verlauf und die Rechtssicherheit des Verkaufs. Prüfen Sie Qualifikation, Erfahrung, Transparenz und Persönlichkeit – und treffen Sie erst dann eine verbindliche Entscheidung.

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